Hausdurchsuchung – Diese 15 Tipps helfen wirklich

Foto: Zolleinheit an Lieferwagen bei einer Razzia

Durchsuchungen in Büros und Hausdurchsuchungen zählen zu den schwersten Eingriffen in die Privatspäre des Bürgers. Die Betroffenen sind von der Situation stets völlig überfahren. Wer einmal eine Durchsuchung erlebt hat, weiß wie bedrückend die Situation für die Betroffenen ist.

Daher haben wir einige Fragen gesammelt. Die Gedanken der Betroffenen drehen sich hauptsächlich um Folgende Fragen:

  • Was muss ich sagen?
  • Was muss ich tun?
  • Und vor allen: wann darf und sollte ich schweigen?

Richtig verhalten bei Durchsuchung und Beschlagnahme

Aus gegebenem Anlass gibt es hier einige Verhaltensregeln bei Hausdurchsuchungen:

  1. Bewahren Sie Ruhe.
  2. Leisten Sie keinen Widerstand und treten Sie den Ermittlungsbeamten nicht aggressiv gegenüber.
  3. Machen Sie von Ihrem Recht Gebrauch, einen Rechtsanwalt als Verteidiger anzurufen (Notfallhandy Dr. Port: 0174 8595275) und bitten Sie die Beamten mit der Durchsuchung zu warten, bis Ihr Anwalt erschienen ist.
  4. Lassen Sie sich vor der Durchsuchung die Dienstausweise aller Anwesenden zeigen.
  5. Verlangen Sie den Durchsuchungsbeschluss und lassen sich eine Kopie aushändigen.
  6. Gewähren Sie den Beamten nur zu den in dem Durchsuchungsbeschluss aufgeführten Räumen Zutritt.
  7. Verweigern Sie die Aussage und lassen Sie sich auf keine (informellen) Gespräche ein.
  8. Leisten Sie keine Unterschrift.
  9. Anwesende Personen (Verwandte, Freunde etc.) sind nicht zu einer Aussage verpflichtet.
  10. Ziehen Sie einen neutralen Zeugen bei.
  11. Fragen Sie die Beamten, welche Gegenstände/Personen gesucht werden. In Absprache mit Ihrem Anwalt kann es sinnvoll sein, diese freiwillig herauszugeben, um sog. „Zufallsfunde“ der Beamten zu vermeiden, die eventuell auf eine andere Straftat hindeuten.
  12. Vernichten Sie während der Durchsuchung kein Beweismaterial, ansonsten könnte gegen Sie der Haftgrund der Verdunkelungsgefahr begründet werden.
  13. Lassen Sie sich eine Durchschrift des Verzeichnissen über die beschlagnahmten Gegenstände aushändigen und achten Sie auf dessen Vollständigkeit.
  14. Widersprechen Sie der Durchsuchung sowie der Beschlagnahme/Sicherstellung der Gegenstände und achten Sie darauf, dass ihrWiderspruch in der „Niederschrift“ der Durchsuchung vermerkt wird.
  15. Verlangen Sie am Ende der Durchsuchung das Durchsuchungsprotokoll.

Anwesende Verteidiger wahren die Rechte der Beschuldigten

Ein Blick in die nüchterne Statistik bestätigt, was Staatsanwälte oft nur hinter vorgealtener Hand zugeben: je früher Verteidiger bei einer Durchsuchung anwesend ist, umso eher bleiben negative Folgen für den Betroffenen aus. Zwar ist das keine in Stein gemeßelte Regel, aber es ist eine solide Leitlinie.

Wenn Verteidiger früh anwesend sind, können oft Umfangreiche Beschlagnahmen verhindert werden. Außerdem können die  Auswirkungen der Maßnahme verringert werden. Zudem können so Zufallsfunde vermieden werden.

Artikelbild: High Contrast (Eigenes Werk) [CC BY 3.0 de], via Wikimedia Commons

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